Das Projekt "herz_nah" des SkF Gießen unterstützt Frauen und Familien in psychosozial belastenden Lebenssituationen durch niedrigschwellige Angebote und ist fachlich und strukturell an das Familienzentrum Herzstück in Gießen angegliedert. "Das neue Projekt hat eine wichtige Lotsenfunktion," so die Begründung des Kuratoriums der Hildegardis-Stiftung: "Mit erfahrenen Kräften und neu geschaffenen Kapazitäten können jetzt Frauen in Not angehört und an geeignete Stellen vermittelt werden, um die eigentliche psychische Hilfe zu bekommen."
Sogenannte Drop-In-Termine dienen zukünftig als offene Sprechstunde, damit Frauen mit akuten Problemen und Bedürfnissen niedrigschwellig an das Gesundheitssystem angebunden und Teilhabehürden aktiv abgebaut werden. "Die Hildegardis-Stiftung unterstützt diese bedarfsgerechte Vermittlung von psychosozial belasteten Menschen mit 50.000 Euro. Dass zusätzlich Informationsveranstaltungen und Gruppenangebote zu Themen wie Resilienz, Selbstfürsorge und Alltagsbewältigung stattfinden, stärkt ebenfalls die psychische Gesundheit", so die Begründung des Kuratoriums weiter.
Das Projekt "Suizidprävention [Ausweg]los" des Diözesancaritasverbands Mainz e.V. zielt darauf ab, Suizide und -versuche bei jungen Menschen zu verhindern, indem für entsprechende Krisensituationen sensibilisiert wird und eigene Problemlösekompetenzen aktiviert werden. Die Hildegardis-Stiftung finanziert das Projekt mit 50.000 Euro. "Um die häufig vorhandene Sprachlosigkeit zu durchbrechen und Handlungskonzepte anbieten zu können, sollen die Jugendlichen selbst, aber auch die pädagogischen Fachkräfte und Eltern in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen erreicht werden", so die Begründung des Kuratoriums der Hildegardis-Stiftung: "Junge Menschen mit Suizidgedanken senden häufig Signale an Gleichaltrige. Deshalb muss das Thema Suizid aus der Tabuzone geholt und darüber gesprochen werden."
In Mainz, Worms und Rüsselsheim sind seit September 2025 bereits junge ehrenamtliche Peers im Einsatz und für junge Menschen in suizidalen Krisen erreichbar. Diese [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland bietet jungen Menschen in Krisen eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung. "[Ausweg]los ist ein ergänzendes, präventives Programm und ersetzt natürlich keine professionelle Hilfe. Aber Informationen über die Entwicklung von Krisen zu haben, über Handlungswissen im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen zu verfügen und das Hilfesystem zu erkennen, kann Leben retten", ist sich das Kuratorium einig.
Die Hildegardis-Stiftung wird von der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung im Bistum Mainz verwaltet. Sie wurde Anfang 2022 mit einem Stiftungskapital von 15 Millionen Euro gegründet und unterstützt Angebote und Projekte für von Armut und Krankheit Betroffene, insbesondere, wenn diese von Stiftungsmitteln, Spenden und Fördergebern abhängig sind, weil weder Landes- noch kommunale Mittel zur Verfügung stehen. Die Hildegardis-Stiftung startet im Februar 2026 einen neuen Förderaufruf für modellhafte Caritas-Projekte für arme Menschen und deren Krankenbehandlung. Antragsberechtigt sind alle Verbände, Dienste und Einrichtungen sowie korporativen Mitglieder der Caritas im Bistum Mainz.
Für weitere Informationen steht Johanna Weiser, Stiftungsreferentin der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung, zur Verfügung (Kontakt: 06131 2826-108 oder 0151 54602911 oder johanna.weiser@bistum-mainz.de)